Ein kurzer Goldwaschkurs

Der folgende Kurs wendet sich natürlich vor allem an diejenigen Goldsucher, die entweder noch nie mit einer Pfanne oder noch nie mit einer Goldblitz-Ultra gewaschen haben. Er zeigt eine der grundlegenden Techniken, die besonders für die Goldblitz-Ultra Pfanne, aber auch für einfachere Pfannen geeignet ist. Die Varianten innerhalb dieser Technik werden vollkommen mit Bildern dargestellt. Diese Seite kann auch von anderen Goldwaschseiten gelinkt werden (reines HTML). Wenn sie diesen Kurs lesen und anderen von dieser Technik erzählen, werden sie sicher sehr oft zu hören bekommen "Das ist ja völlig falsch, das macht man doch ganz anders!". Richtig! Es gibt hunderte Arten, Gold zu waschen. Und jeder darf gerne seine Art als die einzig Richtige vorstellen und vertreten. Fakt ist, dass die hier dargestellte Technik besonders mit der Goldblitz-Ultra Pfanne sehr effizient ist. Warum? Das verraten wir gerne im Text! Und jetzt viel Spaß mit dem Kurs. Kommentare sind sehr willkommen und können an die übliche Mail-Adresse geschickt oder im Forum veröffentlicht werden. Und jetzt viel Spass beim Goldwaschkurs!

Goldsuchen kann ein echtes Geduldspiel sein. Oft weiß man ganz genau, dass der besuchte Bach Gold führt, findet es aber nicht oder man findet nur kleine Flitter. Kein Kurs der Welt kann einem die Pfanne füllen, wenn man an den falschen Flecken sucht. Die Identifikation einer "Guten Stelle" kann man nicht einfach so auf einer Webseite erklären (obwohl es viele "Regeln" gibt), man muss schon vor Ort sein und z.B. einem alten "Golder" zusehen. Gerne können Sie aber auch einen Kurs besuchen, wie wir ihn z.B. an der Salzach oder am Rhein anbieten (Bei den Kursen ist übrigens eine Pfanne und Sammelgläser oft inklusive!).
Zuerst müssen wir die Pfanne mal mit Material (hier z.B. aus dem Bach) füllen. Dazu gibt es zwei Möglichkeiten: entweder wir benutzen ein Sieb, wie in diesem Bild zu sehen, oder wir füllen das Material direkt ein. Bei Benutzung eines Siebes ist darauf zu achten, dass die Maschen des Siebes nicht zu klein sind (das ist kein Witz). In Gebieten mit zu erwartenden Nuggetfunden sollte zumindest das Sieb nach dem Aussieben nach Nuggets durchgesehen werden (keine Angst, solche Nuggets sieht man im Sieb auf den ersten Blick). Geeignet sind Siebgrößen von 4-6mm (Damit gehen Flitter bis 8,5mm Breite durch!). Größere Maschenweiten bringen meiner Meinung nach nicht mehr viel, da ein 8,5mm Flitter im Sieb sehr gut zu sehen ist (Bedenken Sie: Länge des Flitters wird ja ebenfalls größer als 8,5mm sein. Das ist schon ein fingernagelgroßes Teil).
In Nuggetflüssen würde ich persönlich auf ein Sieb ganz verzichten. Füllen Sie die Pfanne nie zu voll! Bei einem Anfänger empfehlen wir eine Füllung von maximal 2/3 der Pfanne. Am Anfang würde ich sie halbvoll machen, da geht das Auswaschen zudem auch schneller.
Hier das Ergebnis einer Siebung: rechts im Sieb der Grobkram, links die Pfanne mit dem ausgesiebten Material. Die Pfanne kann noch bis zum dritten großen Riffel von oben gefüllt werden, viel mehr würde ich am Anfang nicht nehmen. Das Sieben hat aber noch einen anderen Vorteil: Das Material wird durch das Sieben bereits sehr gut durchmischt und lehmige Anteile werden schon vorab etwas angelöst. Im lehmigen Gebiet ist das Vorsieben also immer in Erwägung zu ziehen. Natürlich löst sich der Lehm auch prima in der Pfanne, aber vorgesiebtes Material löst sich oft deutlich schneller
Wie funktioniert das Waschen mit der Pfanne eigentlich? Es gibt dabei zwei physikalische Grundsätze, die uns helfen, das Gold vom Rest zu trennen:
1) Klein verdrängt groß. Bei einer Mischung aus Kugeln mit unterschiedlichem Durchmesser und gleicher Dichte (als Dichte bezeichnet man das Gewicht pro definiertem Volumen also z.B. Gramm pro Liter) kann man folgendes Phänomen betrachten: wird diese Mischung geschüttelt, rutschen die kleineren Kugeln unter die größeren und schieben diese nach oben. Gerne kann man das zuhause mit Salz und Murmeln oder Linsen und Erbsen testen. Für uns bedeutet das, dass große Steine dazu neigen, nach oben zu kommen.
2) Schwer sinkt nach unten. Wird eine Mischung aus Kugeln verschiedener Dichte aber gleicher Größe geschüttelt, sortieren sich die Kugeln entsprechend ihrer Dichte. Die Kugeln mit der höchsten Dichte sinken dabei ganz nach unten
Besonders der zweite Punkt ist für das Waschen mit der Pfanne wichtig. Wer aufmerksam gelesen hat, wird sich eventuell an der Begrenzung der Regeln auf Kugeln stören. Ganz richtig, genau das ist auch der Haken beim Goldwaschen, da das Gold nur in wenigen Regionen (z.B. am Klondyke River) "körnig" und somit kugelförmig ist. Es ist also zu erwarten, dass das Gold nicht immer ganz genau diesen Regeln folgt. Letztendlich verhalten sich nur Nuggets wie oben beschrieben, Flitter werden sich immer etwas "störrisch" verhalten.
Im Bild sehen sie oben eine Pfanne mit Material aus dem Bach. Im gleichmäßig gemischten Material liegen einzelne Goldstücke. Nach dem Schütteln sind die Goldstücke auf den Boden gesunken und das homogene Material hat sich in seine leichten und schweren Bestandteile getrennt. Die schweren Bestandteile nennt man Schweremineralien oder auch den "Black Sand". In den Bildern weiter unten wird dieser "Black Sand" sehr gut zu sehen sein.
Füllen Sie die Pfanne beim Schütteln stets mit so viel Wasser, dass die Oberfläche des Materials auf jeden Fall komplett unter Wasser ist. Lieber etwas mehr Wasser zufügen. Die Schüttelbewegung ist sehr wichtig! Mit einer Goldblitz-Ultra Pfanne oder Pfannen ähnlicher Bauart sollten Sie immer von links nach rechts schütteln, wenn die Pfanne gekippt ist. Beim waagrechten Schütteln kann man auch vor- und zurück Schutteln. Ganz besonders wichtig ist es beim vor- und zurück Schütteln, die Schüttelbewegung immer waagrecht durchzuführen, was im übrigen sehr einfach ist, da eine halb gefüllte Pfanne auf dem Wasser schwimmt und so immer eine ideale Schüttelebene vorhanden ist. Ich gehe jetzt davon aus, dass sie die waagrechte Position gewählt haben. Bei Verwendung der gekippten Position gehen sie analog vor.
Die Stärke des Schüttelvorgangs variiert. Am Anfang kann und sollte man ruhig stark schütteln (so dass das Wasser in der Pfanne "kocht"). Dabei ist darauf zu achten, dass kein Material aus der Pfanne geschüttelt wird. Im späteren Verlauf der Konzentration sollte die Schüttelkraft nach Augenmaß verringert werden (ganz recht, man kann den Konzentrationsvorgang direkt sehen).
Wenn Sie das Material so geschüttelt haben, dass die großen Steine an der Oberfläche liegen (oder zumindest ein guter Teil davon), dann können Sie die größeren Teile raus werfen. Man geht dabei so vor: Füllen Sie die Pfanne mit Wasser (sie sollte noch schwimmen bzw. mit einer Hand zu halten sein, oder sie stützen eine der Pfanne mit dem Bein ab), kippen Sie die Pfanne leicht nach vorne und ziehen Sie mit geöffneter Hand (wie mit einem Rechen) die größeren Steine nach hinten. Beim Nachhintenziehen machen Sie leichte Links-Rechts Bewegungen, um kein feines Material aus Versehen mit raus zu werfen. Werfen Sie nicht alles grobe Material auf einmal raus, sondern schütteln Sie dazwischen immer wieder die Pfanne (immer schön waagrecht halten dabei!).
Der Spülvorgang beginnt. Sie können den Spülvorgang bereits beginnen, wenn noch nicht alle großen Brocken aus der Pfanne heraus sind. Ich empfehle für den Anfang allerdings erst einmal alle Stücke mit mehr als 3-5 cm zu entfernen. In diesem Bild zeigen wir dennoch das Spülen noch mit einigen größeren Brocken in der Pfanne. Aus waagrechter Position kippt man die Pfanne langsam und unter leichten links- rechts-Bewegungen nach vorne, bis das erste Material die Kante der Pfanne erreicht. Am Anfang des Spülvorgangs, wenn noch viel Material in der Pfanne ist, kann über jeden Rand der Pfanne gespült werden, bei späteren Spülvorgängen sollte unbedingt über die gröbere Riffelung ausgewaschen werden. Bei anderen Pfannen gibt es keine Riffel (z.B. beim bekannten Chinesenhut), dort ist gute Technik und gutmütiges Material gefragt. Die Riffel erleichtern und beschleunigen das Auswaschen jedoch in jedem Fall.
Hat das Material die Kante erreicht, beginnt der eigentliche Spülvorgang. Das in der Kante der Pfanne liegende Material wird jetzt mit Wasser bedeckt (dabei nicht zu viele Verwirbelungen in der Pfanne erzeugen!) und dieses dann mit einem leichten Schwung wieder aus der Pfanne geleert. Warten, bis das Wasser fast abgelaufen ist. Man sollte erkennen, wie der leichte Sand mit dem Wasser aus der Pfanne gespült wird. Diesen Vorgang noch einmal wiederholen. Achtung: Anfänger neigen dazu, viel zu vorsichtig zu spülen, deswegen ein Tip: schmeissen Sie bei ihren ersten Versuchen ein Geldstück ganz oben in die Pfanne. Beobachten Sie, wie es sofort im Material verschwindet. Waschen Sie die Pfanne aus und schauen sie nach, ob das Geldstück noch drin ist. Sie werden erstaunt sein, wie "grob" man eine Pfanne auswaschen kann, ohne dass das Geldstück in den Bach wandert. Verlorene Geldstücke sollten als "Lehrgeld" abgehakt werden.
Nach den Spülvorgängen können immer mal wieder die groben Brocken wie oben beschrieben entfernt werden. Beim vorgesiebten Material entfallen diese Schritte natürlich, das Material verhält sich zudem etwas homogener. Dennoch sagen viele "Golder", dass ein paar Steine in der Pfanne vorteilhaft wären. In lehmigen Gebieten werden dadurch die lehmigen Teile besser gelöst und eben in diesem Lehm klebt oft das Gold. Grundsätzlich sollten die größeren Steine aus der Pfanne entfernt sein, wenn sich nur noch eine handvoll Material in der Pfanne befindet.
Nach einigen Durchgängen sind wir die großen Brocken los geworden und haben nur noch wenig Material in der Pfanne. Jetzt heißt es für den Anfänger etwas vorsichtiger zu werden, hier gehen oft die ersten Flitter zurück in den Bach. Der Spülvorgang wird jetzt verändert, auf das Rückschwenken in die horizontale Lage wird ab jetzt völlig verzichtet. Wir schütteln in geneigter Position grundsätzlich nur noch von links nach rechts! Es reichen oft vier oder fünf kurze, schnelle aber lockere Schüttelvorgänge auf die ein oder zwei weitere Spülvorgänge folgen. Oft kann man jetzt schon erkennen, dass der Sand deutlich dunkler geworden ist. Idealerweise ist die oberste Schicht des Materials vor dem Spülen hell und wird durch das Spülen herausgewaschen. Es erscheint eine deutlich dunklere Schicht, ein Gemisch aus Black Sand und normalem Sand. Ich selber spüle in dieser Phase nur 1 1/2 mal (einmal komplett und einmal nur über das vordere Material). Das Gold sinkt in dieser Phase in die untere Kante der Schüssel und verbleibt dort bis zum Schluss. Vergleichen Sie mal die Farben des Materials vom Bild oben mit diesem Bild!
Sind nur noch ca. zwei gehäufte Esslöffel Material von dunkler Farbe in der Pfanne wechseln wir auf die feine Seite. Dies macht man folgendermaßen: füllen Sie die Pfanne mit ausreichend Wasser (zwei Finger über dem Material) und bewegen sie die Pfanne weiter gekippt leicht von links nach rechts. Drehen sie die Pfanne dabei, bis Sie von der groben auf die feine Seite gewechselt haben. Die feinen Riffel haben denselben Effekt wie die groben, aber eben für kleinere Mengen. Sollte Ihre Pfanne nur grobe Riffel besitzen, fahren Sie mit der Technik des Ziehens weiter unten fort. Vor- und Nachteile werden unten beschrieben. Hier werden Sie die meisten Widerworte bekommen. Die "erfahrenen" Golder werden Ihnen sagen, dass die feinen Riffel Mumpitz sind, aber wer es nicht damit versucht hat, weiß auch nicht, was ihm dabei entgeht. Gleich werden wir die entscheidenden Vorteile sehen.
Sollte der Anteil an "Black Sand" gering sein, kann es vorkommen, dass Sie die Pfanne zum Spülen sehr steil halten müssen. Aber keine Angst: bei ordentlichen Pfannen ist der Riffel hinterschnitten, das Material fällt selbst bei senkrechter Position von selber nicht hinaus.
Das Finish beginnt, wenn wir nur noch schwarzen Sand und (hoffentlich) Gold in der Pfanne haben. Jetzt stehen ihnen zwei Möglichkeiten offen: das Ziehen und das Ultra-Finish (von dem die Goldblitz-Ultra ihren Namen hat). Zuerst wollen wir das Ziehen vorstellen.
Beim Ziehen können wir uns endlich aufrichten, es kann im Stehen vorgenommen werden. Das Restmaterial wird locker in eine Kante gespült. Das Wasser wird jetzt bis auf einen großen Schluck ausgegossen (Bitte hier kein Material mit ausgiessen!). Es beginnt das Ebbe und Flut Spielchen. Die Wasser gefüllte Kante ist zum Körper gerichtet, das Material befindet sich auf der abgewandten und trockenen Seite. Jetzt wird vorsichtig keine kleine Welle im Uhrzeigersinn über den trockenen Materialrest gespült. Diese Welle nimmt beim Ablaufen (Und nur hier! Sonst ist die Welle zu stark!) den schwarzen Sand mit. Eine zweite Welle im Uhrzeigersinn kann meist folgen, die nächste Welle sollte aber gegen den Uhrzeigersinn erfolgen. Der geübte Anwender kann auch von oben nach unten waschen, was üblicherweise mehr Material abschwemmt, aber auch öfters mal einen Flitter nach unten befördert. Solche Ausreisser werden mit dem Finger wieder nach oben geschoben. Ist das Gold zu stark verstreut, wird das ausgespülte Material vorsichtig zur Seite entfernt und der Vorgang beginnt wieder mit dem Schütteln in die Kante (Wasser nicht vergessen!). Der Vorgang wird wiederholt, bis dass das Gold nackt in der Pfanne liegt (siehe unten).
Nachteile der Methode: Flitter neigen zum Aufschwimmen auf dem Wasser, so komisch das klingt. Aber gerade das Ziehen begünstigt das Aufschwimmen dadurch, dass das Material öfters durch die Wasseroberfläche läuft. Es ist absolute Vorsicht dabei zu halten! Es sind schon viele Flitter buchstäblich zurück in den Bach geschwommen! Das Aufschwimmen kann einem manchmal zum Wahnsinn treiben, vor allem bei feinem, flachem Gold. Wer also kurz davor ist, seine Pfanne samt Inhalt gegen den nächsten Baum zu pfeffern, sollte sich die folgende Lösung ansehen.
Das Ultra-Finish sieht relativ spektakulär aus, ist aber eigentlich nur eine Konsequenz aus den vorigen Waschvorgängen. Grundsätzlich kann das Finish auch mit den groben Riffeln durchgeführt werden, aber wer einmal in einem Bach mit vielen Schrotkugeln gewaschen hat, wird die feinen Riffel mit der starken Hinterschneidung der Goldblitz-Ultra-Pfanne lieben lernen! Wie im Bild zu sehen, wird die Pfanne unter lockeren Links-Rechts Bewegungen gekippt, bis sie fast senkrecht steht. Das Material muss dabei immer im Wasser bleiben, die Pfanne wird also so weit wie nötig ins Wasser getaucht. Die Pfanne wechselt jetzt in eine Hand! Die Schüttelbewegungen, die jetzt folgen werden locker aus dem Handgelenk immer in der Ebene des Pfannenbodens ausgeführt.
Man schüttelt jetzt so lange die Pfanne (bitte erste Versuche recht vorsichtig gestalten), bis im obersten Riffel das Gold zu sehen ist (alternativ: Blei, Stahl, Nägel etc.). Eventuell ist das Gold beim Vorgang aber schon in einen tieferen Riffel gefallen. Das macht aber nichts, solange zwei Riffel unterhalb noch goldfrei sind. Hüpfen relativ viele Goldstücke in die unteren Riffel, wird der Vorgang abgebrochen und alles Material wird wieder in die Kante unterhalb der feinen Riffel gewaschen. Der geübte Wäscher braucht zwischen einem und drei Durchgängen, um das Gold komplett vom Beifang zu reinigen. Am Anfang sollten Sie aber ruhig vorsichtiger vorgehen, Übung ist keine Schande! Bei Beimengung von Bleikugeln (vor allem von verformten Kugeln) sieht man besonders gut die Funktion dieser Technik. Das schwerere Gold verdrängt das Blei in der Kante eines Riffels und die Bleikugel hüpft in einen tieferen Riffel. Und immer hübsch aus dem Handgelenk!
Dieses Bild zeigt noch einmal die Goldverteilung in der Pfanne nach einiger Schüttelzeit. Es sollte so geschüttelt werden, dass der Black Sand den oberen Riffel verlässt, ohne dass das Gold mithüpft. Bei geübten Goldern geht das Finish in ein bis zwei Minuten über die Bühne
Et Voila... Das Gold ist fertig ausgewaschen. Jetzt dürfen auch die Zieher wieder weiter lesen, denn jetzt kommt der freudigste Teil des Goldwaschens, bei dem man am Bach aber immer noch seltsamste Techniken findet.
Das Vorgehen ist ganz einfach: Zuerst einmal sollten die Finger fettfrei sein. Bei Wettkämpfen sieht man allerdings immer, dass sich die Wäscher mit dem Finger hinter den Ohren kratzen um etwas Körperfett an den Finger zu bekommen. Tatsächlich kleben die Flitter dabei entschieden besser am Finger, als bei der Methode ohne Fett, allerdings fördert das Fett in der Pfanne das Aufschwimmen und Verkleben der Flitter. Sehr feines Gold kann z.B. einfach kleben bleiben und ist dann nicht mehr zur konstruktiven Mitarbeit (husch, husch ins Gläschen) zu bewegen. Im Normalfall sind die Finger vom Waschen sowieso komplett sauber, also frisch ans Werk!
Ganz wichtig: das Gläschen mit dem bereits gefundenen Gold immer über die Pfanne halten, wenn es offen ist. Gefäße mit Steckdeckeln (wie in Wettkämpfen meist verwendet) würde ich am Bach grundsätzlich nicht verwenden. Die Deckel neigen zum Aufspringen, besonders in Verbindung mit Kunststoffgefäßen. Ein ordentliches Gläschen mit Schraubdeckel ist erste Wahl! Wer oft bei niedrigen Temperaturen wäscht, sollte auf ein Gläschen mit Silikondichtung achten, da beim Einfrieren des Wassers eine Volumensänderung auftritt. In diesem Fall immer eine Luftblase im Glas lassen. Wir feuchten den Finger kurz an, damit ein kleiner Tropfen daran hängen bleibt. Mit diesem Tropfen tippen wir jetzt auf das Gold und siehe da: das Gold schwimmt im Tropfen.
Hier haben wir nur einmal zur Demo den Finger umgedreht. Das Gold ist am Finger heften geblieben. Jetzt kommt das Gold ins Glas.
Wenn das Glas mit Wasser übervoll ist, bildet sich eine Linse aus Wasser an der Öffnung. Dies ist optimal für diese Technik. Man muss jetzt einfach nur mit dem Tropfen am Finger die Oberfläche der Linse berühren und schon plumpst das Gold ins Glas. Jetzt ganz wichtig: nach Ablieferung des Goldes ins Glas wird der Finger in der Pfanne mit klarem Wasser kurz gespült. Man glaubt gar nicht, wie oft da noch ein Flitter (z.B. am Fett) kleben geblieben ist. Kurzer Check, ob vom Finger wieder Gold in die Pfanne kommt und alle anderen Flitter einpacken. Ist das Glas nicht komplett gefüllt, nimmt man das Glas wie auf dem Bild zu sehen in die Hand und schüttelt es locker einmal hoch und runter. Dabei benetzt das Wasser im Glas den Finger und das Gold fällt genauso ins Glas. Die Glasfläschchen sollten also keinen all zu engen Hals haben, sonst kann das Gold daneben gehen. Gerade fingerkuppengroß ist genau richtig. So, und jetzt kräftig üben, üben, üben!

Im Laufe ihrer Goldwäscherkarriere werden Sie ganz sicher einen eigenen Stil entwickeln, der mehr oder weniger von der hier gezeigten Version abweicht. Da es dutzende Arten von Waschpfannen gibt, gibt es auch dutzende Arten von Waschtechniken, die dann von den jeweiligen Goldern noch individuell verändert werden. Zudem ändert sich die persönliche Technik auch mit der Größe des gesuchten Goldes. Bei Nuggets kann man quasi sofort mit gekippter Pfanne beginnen und auch nur sehr grob auswaschen. Bei Feinstflittern hingegen, bleibt man oft durch den kompletten Waschvorgang in der horizontalen Position. Selbst die Farbe der Pfanne spielt eine Rolle: schwarze Pfannen eignen sich hervorragend für Nuggets und größere Goldstücke oder für Gebiete mit nur geringem "Black Sand" Vorkommen (manchmal ist der "Black Sand" auch eher rötlich, auch hier kann eine schwarze Pfanne sehr guten Kontrast bieten). Blaue und grüne Pfannen dagegen haben den Vorteil im sehr guten Kontrast zu Gold und schwarzem Sand zu stehen und sind dementsprechend für Vorkommen mit viel "Black Sand" (wie z.B. in dem oben gezeigten Gebiet) sehr gut geeignet. Da fast alle Golder mehrere Pfannen haben, würde ich eine schwarze und eine blaue/grüne vorschlagen oder in Gebieten mit viel Schwermineralien eine blaue und eine grüne Pfanne (bei grellem Tageslicht ist meiner Meinung eine grüne Pfanne besser, bei dunklerem Licht eine blaue).
Auf jeden Fall wünschen wir viel Spaß beim Waschen!
== Copyright 2006 by Goldblitz ==